Utopische Träume
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Utopische Träume...


Heute will ich was zu Tage fördern, was vor 10 oder 20 Jahren für das Jahr 2011 geträumt wurde. Es wurde bekanntlich nie Wirklichkeit. Ist aber dennoch lesenwert:

Das Folgende ist eine Utopie, also nicht wirklich, für viele ein Traum, für andere ein Märchen...:-)

Deutschland im Jahre 2011.

Nach langen Querelen haben sich alle CB-Vereinigungen im DAKfCBNF zusammengefunden und mit Hilfe von Politikern aller im Bundestag vertretenen Parteien gibt es endlich eine klare und eindeutige Regelung für den CB-Funk.

Nach einigem Zögern hat sich der DAKfCBNF dazu entschlossen, eine Einzelfunkerorganisation zu gründen, die alle CB-Funker erreicht, die in ihrer Umgebung keinen CB-Club kennen oder mögen.

Mitglieder des Verbandes haben eine Rechtsschutzversicherung, die bei allen Streitfragen um das Hobby einspringt, wie Kauf des Gerätes (Garantie), Ausfall durch Überspannung, Gewitter, etc., aber auch ein wirksamen Rechtsschutz, wenn es Streit mit andern Funkern oder mit der BNetzA um Vorschriften und Grenzwerte gibt.

Nur wenn jemand rechtskräftig wegen Vorsatz verurteilt wird, zahlt die Versicherung nicht.

Clubmitglieder können bei vielen Funkläden günstig einkaufen und bekommen eine Gerätegarantie von 5 Jahren und vieles mehr.

Wer im Jahre 2011 CB-Funk machen möchte, muß sich erst bei BNetzA anmelden und bekommt dann ein Infoheft und einen Fragebogen zugeschickt, der einige Fragen zum Inhalt der Vorschriften aus dem Heft enthält.

Den Fragebogen muß man richtig ausfüllen, ein paar Euro bezahlen und bekommt dann eine Funklizenz und ein Rufzeichen zugeteilt. Daneben kann auch noch ein Name wie "Pusteblume" verwendet werden, der bei BNetzA ebenfalls registriert wird.

Auch Rundenrufzeichen sind möglich, dann fragt BNetzA bei der Funkrunde/Club nach, ob das in Ordnung geht, und so wird jede Menge Streit vermieden.

Wer ein CB-Funkgerät kaufen will, muß beim Kauf seinen Rufzeichenausweis vorlegen, sonst bekommt er kein Gerät verkauft. Händler die sich nicht dran halten, bekommen empfindliche Strafen aufgebrummt. Jedes Funkgerät muß vom Händler oder Hersteller versiegelt sein, auf dem Kleber ist eine Nummer darauf, die registriert ist. Nach dem Kauf wird die Nummer der BNetzA gemeldet, die sich vorbehält mal vorbeizuschauen und nachzumessen.

Falls das Gerät bei einer Messung nicht stimmt, wird anhand der Nummer Händler oder Hersteller ermittelt, die dann dafür "haften" müssen, d.h. sie müssen das Gerät kostenlos in Ordnung bringen und neu versiegeln. Der Funker zahlt dann nix.

Technisch begabte Funker können auch eine eigene Siegelnummer erhalten und können dann ihre Geräte selbst einstellen, müssen aber die technischen Vorschriften einhalten. Ist das Gerät ok, kostet es nix, findet eine Nachprüfung statt, kostet das extra, wenn die Werte nicht stimmen.

Neuere CB-Geräte haben einen Chipkartenleser, wo die Rufzeichenkarte eingelegt wird. Damit ist ein Selektivruf verbunden. Man kann also den DXY125 rufen, indem man seine Karte einlegt und am Gerät die Kennung eingibt, die gerufen werden soll. Die meisten CB-Funkgeräte haben heute eine PC-Schnittstelle, mit der das komfortabel geht. Kommt man abends heim, sieht man am PC wer gerufen hat. Es ist auch möglich, kurze Nachrichten zu schicken, wie die SMS beim Handy. Nur daß die SMS bei CB-Funk nix kosten :-)

Das CB-Rufzeichen ist zugleich auch die e-mail Adresse.

Jeder angemeldete CB-Funker bekommt eine email-Adresse, z.B. dxy123@bayern.cb-funk.net, da weiß man gleich, wo er her kommt. Einige haben auch Adressen wie dxy234@erfurt.thueringen.deutschland.cb-funk.net.

Das CB-Netz ist voll ins Internet integriert. Leute, die etwas abseits wohnen, sind über CB-Daten-Funk angeschlossen. Für den normalen Datenbetrieb (Einstiege) wurden Frequenzen bei 470 MHz freigegeben, für Interlinks zwischen Boxen und Nodes können Frequenzen bei 2 und bei 20 GHz verwendet werden. Die Technik ist ein wenig aufwendig, aber noch bezahlbar. Wer aber einen Drahtanschluß hat, verwendet diesen, einige tauschen ihre die Daten auch über ihre UMTS-Media-Telefone aus, das ist aber etwas teuer.

Jeder CB-Funkteilnehmer strahlt nach seinem Durchgang einen Rogerpiep aus. Darin ist digital die Kennung seines Rufzeichens und die Geräteseriennummer enthalten. Das hat den praktischen Vorteil, daß alle gleich wissen, wer dran ist und geklaute Geräte sind auch immer seltener geworden, haben sie keinen Rogerpiep sind sie uralt oder geklaut, haben sie einen Rogerpiep, werden sie sofort erkannt.

Alle CB-Funker zahlen einen monatlichen Betrag von 10 Euro an BNetzA, darin ist Full-Service enthalten. Bei Fragen oder Problemen kann 24h unter einer kostenlosen 0800-Hotline angerufen werden. Entweder hören die Beamten über ihr Funknetz direkt in den Kanal rein und wissen schon, was Sache ist, oder sie kommen auch vorbei und prüfen alles durch. Ist das Gerät defekt, gibts einen Mängelbericht, ansonsten prüfen sie die beteiligten Geräte durch und können auch einen alten Fernsehapparat still legen, wenn der nicht ok ist.

Wenn jemand an seinem Gerät was gebastelt hat, prüft BNetzA durch, ob das in Ordnung ist, das kostet allerdings dann etwas extra. Dadurch sind die Geräte wesentlich besser geworden, die Rauschsperren ploppen nicht mehr, die Modulation ist klarer, wenn das der Hersteller nicht hinkriegt, technisch versierte Funker bekommen es hin.

Neuerdings können auch Funkfachhändler oder Funkamateure mit einer Sonderprüfung diese Messungen für die BNetzA durchführen, falls es aber Streit gibt, hat BNetzA die Fachaufsicht. Vertreter von BNetzA kommen regelmäßig zu den Funkertreffen und halten ihre Sprechstunden. Anfangs waren viele Funker skeptisch, ob das gut tut, aber das klappt.

Auch das Verhältnis zu den Funkamateuren ist besser geworden, seitdem Amateurfunk wieder das ist, was er sein sollte: Ein technischer Versuchsfunk für Funktechnik und neue Entwicklungen und kein reiner Freizeit-Quasselfunk.

Seitdem der CB-Funk wieder funktioniert, besteht auch keine Notwendigkeit mehr, die Amateuer-Relais mit Laber-Runden zu belegen, das geht im CB-Funk genauso gut.

Am Anfang gabs im neuen CB-Funk noch Probleme mit Trägerstellern und Beleidigungen.

Seitdem fast alle Geräte eine Kennung absenden ist das nahezu vorbei. Und wenn es doch mal vorkommt, fahren Beamte der BNetzA auch bei Nachtzeiten raus, von Polizeibeamten begleitet. Dank der neuen Peiltechnologie erwischen sie eigentlich jeden Störer, das wird dann richtig teuer, man murmelt so was von 10.000 Euro pro Einsatz, da war nach ein paar spektakulären Fällen schnell Ruhe.

Weil im 11m Band die Reichweiten so unterschiedlich sind, wurden vor ein paar Jahren auch 40 Kanäle im 70cm Band freigegeben. Die Hersteller waren am Anfang etwas skeptisch, haben aber dann schnell gemerkt, welcher Markt sich für sie da auftut.

Bei den 70cm CB-Funk Geräten gibts eine Besonderheit, der Kanal 1 (Anrufkanal) kann von den Funkern nicht verwendet werden. Da funken die Geräte untereinander und tauschen einen Code aus und verabreden, wer auf welchem Kanal funkt. Seitdem gibts keinen Streit mehr wegen Hauskanälen. Funker, die unter sich bleiben möchten, stellen einen anderen Code ein, als Leute, die Kontakte suchen oder Zeit für einen Schwatz haben. Mein Opa erzählt, daß es vor 2003 in der Schweiz einen solchen Funk schon auf 900 MHz gegeben hätte.

CB-Funker, die sich bereiterklären, beim Zivilschutz mitzumachen, müssen keine monatlichen Gebühren an die BNetzA zahlen, dafür findet einmal im Monat eine Funkübung statt, wo die CB-Funker lernen, wie ein Funkbetrieb bei kleineren oder größeren Katastrophen auszusehen hat. Seitdem ist auch die Funkdisziplin bei den Funkern der freiwilligen Hilfsorganisationen besser geworden :-)

Neulich hat sich ein Kind im Wald verlaufen, die CB-Funker haben sie nach 2 Stunden gefunden, die kleine Lisa hatte sich den Fuß verknackst und fand nicht mehr heim. Sie hatte ein CB-Gerät dabei, aber leider war der Akku leer.

Beim Hochwasser im letzten Jahr bekam der Vorsitzende des örtlichen CB-Clubs eine Medaille stellvertretend für seine Helfer überreicht.

CB-Funk ist wieder in vielen Autos zu finden, nebem dem LTE-UMTS-MultiMedia-Telefon. Mit dem LTE-UMTS-Telefon kann man nicht nur sprechen, sondern auch Bilder austauschen, es ist aber relativ teuer, viel benutzen lieber den CB-Funk. Weil CB-Funk wieder Spaß macht, trifft man Leute, die früher nix mit CB-Funk zu tun haben wollten. Manchmal ist sogar der Bürgermeister QRV, um zu erfahren, wo den Bürgern der Schuh drückt, Vereine halten ihre Versammlungen teilweise über eine Funkkonferenz "CB-Chat" genannt ab, und das klappt! Über CB-Datenfunk werden die Abstimungsergebnisse übermittelt, die Abstimmungsvorlagen sind im Internet zu finden.

Ortsunkundige können sich mit Satellitennavigation bewegen, viele lassen sich aber viel lieber von ortskundigen CB-Funkern einweisen, das ist oft besser und macht mehr Spaß.

Gegen einen monatlichen Aufpreis und ein paar Cent/Minute, kann das CB-Funkgerät mit dem öffentlichen Telefonnetz verbunden werden. Wahl erfolgt mit DTMF. Das ist ganz nett, allerdings hören dann halt alle CB-Funker der Umgebung mit, das gibt oft lustige Runden mit Leuten, die nicht in der Funkreichweite liegen.

Ja, es macht echt Spaß CB-Funker zu sein, zu schade, daß es so lange gedauert hat, bis das alle eingesehen haben.

Soweit meine Utopie.

Ein Märchen? Irgendwann Wahrheit?

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Zurück zur Realität. Der CB-Funk existiert, trotz vieler Grabesreden. Aber der CB-Funk von 2012 ist ein anderer als der von 1992.

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friedliches Funken wünscht
Grobian Schrottfunk
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#2

Hallo,

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73 & 55 (Gruss)
Henning Gajek
CB: Bad Dürkheim 23 / Bravo Delta 23 / 13HN23
QRV seit 1977
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